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Aktivitätsbericht der Kontaktgruppe Haus Pohle

Die Haus Pohle Kontaktgruppe

Aus „Willkommen“ soll ein „Miteinander“ werden …

Die „Kontaktgruppe“ ist ein Team von 6 ehrenamtlich engagierten Frauen, die in regelmäßigen Treffen und einzelnen Aktionen den Kontakt zu den Bewohner von Haus Pohle, sowie den sozialen Kontakt der Bewohner untereinander fördert. Sie wurde im September letzten Jahres gegründet und trifft sich seitdem mindestens zweimal in der Woche. Zu Beginn lag der Fokus darauf, erste Deutschkenntnisse zu vermitteln und den Bewohnern vom Haus Pohle zu helfen, sich hier in Bergisch Gladbach zurecht zu finden. Heute liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten mehr im sozialen Bereich und im Austausch von Kulturunterschieden. Als Beispiel stellen wir 3 Aktivitäten vor, die kürzlich stattgefunden haben und allen großen Spaß gemacht haben!

  1. Besuch des Bayer 04 Fussballspiels gegen Hannover: 30 Freikarten waren natürlich der perfekte Anlass für einen Ausflug in die Leverkusener Fußballarena. Bereits der erste Eindruck, wenn man im Flutlicht in das Stadion kommt, ist überwältigend. Wenn dann noch die Hymne angestimmt wird, läuft es dem einen oder anderen erst recht wohlig den Rücken runter. Wenn dann auch noch Leverkusen gewinnt und eine gute Stimmung in der Fankurve aufkommt, ist es ein perfektes Erlebnis. Alles das war gegeben, und viele Bewohner träumen jetzt von einer Dauerkarte bei Bayer 04.
    Fussball 2
  2. Karnevalszug in Bergisch Gladbach: Gemeinsam mit einer Gruppe von ca. 15 Hausbewohnern ging die Kontaktgruppe zum Karnevalszug nach Bergisch Gladbach. Wochen vorher war das Thema ‚Karneval‘ in der Kontaktgruppe aufgegriffen worden und mit speziellen Broschüren und Infomaterial wurden den Bewohnern einige dieser für sie fremden, wahrscheinlich recht ulkig wirkenden Karnevalsbräuchen erklärt. Alle waren sehr gespannt, was es damit wohl auf sich hat. Bei herrlichem Wetter fuhren wir in einer Gruppe von ca. 35 Leuten mit dem Bus in die City und fanden einen schönen Platz am Zug an der Rosenapotheke Ecke Laurentiusstrasse. Essen und Trinken und Musik waren in einem Bollerwagen dabei. Die Stimmung war prächtig, schnell waren die ersten Tüten mit Wurfmaterial gefüllt. Bei Zugstop reihte man sich in Polonaisen mit ein, die durch die Straße um die Wagen herzogen. Das friedliche und lustige Bild, das hier erlebbar wurde, war eine völlig neue Erfahrung für die Teilnehmer aus Haus Pohle.
    Karneval 5
  3. Kochevent in der evangelischen Kirche: Essen ist bei den Männern und Frauen aus dem Haus Pohle ja immer ein großes Thema. Immer wieder wurde der Wunsch geäußert, selber kochen zu dürfen und arabisches Essen zubereiten zu können. Die Bereitstellung der Räumlichkeiten der evangelischen Gemeinde machte es möglich, dass wir diesem Wunsch endlich nachkommen konnten. Am Vortag ging es in einer kleineren Gruppe zum Einkaufen in den türkischen Laden „Antalya“ nach Manfort. Einige hatten bereits Lieblingsgerichte ausgewählt. Per WhatsApp wurden Photos mit den Müttern in Syrien ausgetauscht, dass man auch ja die richtigen Zutaten einkauft. Am nächsten Tag – Freitagabend – trafen sich dann alle in der Gemeindeküche der evangelischen Kirche. Insgesamt 25 Bewohner aus Haus Pohle waren dabei. Die Küche war voll mit schnibbelnden, kochenden, schälenden, brutzelnden Menschen, alle waren irgendwie beschäftigt, jeder wollte etwas Besonderes hinzutun. Dann wurde eine große Tischrunde eingedeckt, und nach 3 Stunden Kochen war es endlich soweit: Das erste Mal echte arabische Küche in der neuen, zweiten Heimat, Schildgen. Das erste Mal ein Essen, das man mit der Heimat verbindet und richtig schmeckt. Anschließend beteiligten sich auch die meisten an der nötigen Aufräumaktion, sodass es für alle Anwesenden eine richtig gelungene Aktion war.
    Kochevent_2502

Auch uns hat es gut geschmeckt und die Begeisterung der Flüchtlinge motiviert uns, bald wieder eine Kochaktion zu starten, diesmal vielleicht mit persischen oder afrikanischen Gerichten.

In den kommenden Wochen sind weitere Aktionen geplant, z.B. ein Besuch im Kölner Zoo (so etwas scheint es in Syrien und dem Irak nicht zu geben) und ein Abendessen in einem arabischen Restaurant in Köln. Sollte jemand durch diesen Bericht auf weitere Ideen kommen, was die Kontaktgruppe mit den Bewohnern vom Haus Pohle außerdem noch tun kann, oder gar Freikarten für die ein oder andere Veranstaltung organisieren könnte, wäre das Team um eine Information (am besten e-mail an m.s-tegtmeyer@t-online.de) sehr dankbar.

Das Kontaktgruppenteam:

Angelika Loos, Gerhild Littek, Susanne Krüger, Birgitta Rieks, Klaudia Zinnöcker, Mechthild Sünder-Tegtmeyer

26. Februar 2016.|

Wir danken allen!

Wir danken allen

 

Wir danken allen – besonders den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – für ihre tatkräftige
Unterstützung in der Flüchtlingsarbeit und hoffen auch weiterhin auf eine so gute
Zusammenarbeit.

In diesem Sinne wünschen wir allen viel Freude an den Weihnachtstagen. Und das neue Jahr soll bringen, was zum Glück des Lebens zählt und vor allen Dingen:

Friede auf der ganzen Welt!

23. Dezember 2015.|

Benefizkonzert war ein voller Erfolg

Das Benefizkonzert am Samstagabend mit Billy Odenthal und seiner Band war wieder ein voller Erfolg.
Zu Gunsten der Flüchtlinge in Schildgen und Katterbach rockte die Kirche. Hier wurde so deutlich, dass mit wenig viel bewegt werden kann und wir alle in einer Welt verbunden sind. DANKE!

Sabine Gresser-Ritter für die Flüchtlingsinitiative Schildgen
Achim Rieks für Himmel un Ääd

14. Dezember 2015.|

Presseartikel über Katterbach

Hier gibt es aktuelle Presseberichte über die Flüchtlingsssituation in Katterbach:

Bericht im Bürgerportal in-gl

Bericht im Kölner Stadtanzeiger

11. Dezember 2015.|

„Ist Wasser blau?“ – Ein Bericht aus der Kontaktgruppe zum Nachdenken

Seit nun 6 Wochen leben im „Haus Pohle“ Flüchtlinge unterschiedlicher Nationalität. Auf dringenden Wunsch der Bewohner, die Deutsche Sprache zu erlernen, hat sich eine Kontaktgruppe gebildet, die regelmäßig Dienstag- und Donnerstagnachmittag stattfindet, um erste Deutschkenntnisse zu vermitteln, Hilfe bei dringenden Fragen zu leisten, Freizeitaktivitäten anzubieten, aber vor allem in Kontakt mit den Bewohnern zu kommen. So sitzen wir, ein Kernteam von vier engagierten Ehrenamtlerinnen und einigen Helfern, mit an die dreißig Personen zusammen.
Eine Situation, die ich letzte Woche erlebt habe, geht mir seitdem durch den Kopf …

Heute steht auf dem Plan, die Arbeitsblätter mit der Uhrzeit und den Farben den Bewohnern zu vermitteln. Johanna zeigt auf einen Bewohner mit einem roten Pullover und sagt laut und deutlich: „Das ist rot!“ Voller Eifer wird von den `Schülern` wiederholt: „Das ist rot!“ Johanna malt auf eine kleine Tafel eine Sonne und sagt: „Die Sonne ist gelb!“ Und erneut wird wiederholt: „Die Sonne ist gelb!“ Das Wort `Wasser` haben sie schon gelernt und Johanna sagt: „Das Wasser ist blau!“ Doch statt eines ausdruckstarken Wiederholens, zögern die Bewohner, schauen sich gegenseitig verunsichert an und blicken zu Johanna. Irritiert wiederholt sie: „Ja, das Wasser ist blau!“ Nun ein erst vorsichtiges, dann vehementes Widersprechen: „No, Wasser nicht blau!“ Nach lebendigem Austausch stellt sich heraus, dass für Syrer Wasser nicht blau ist. Mit großer Selbstverständlichkeit belehren sie uns Deutsche: „Wasser weiss!“ Während der aufkommenden Diskussion, ob Wasser nun blau, weiss oder durchsichtig/farblos ist, haben wir alle Spass.

Diese Szene begleitet mich seither in meinen Gedanken, da sie mir Vieles nochmal bewußt macht. Es geht nicht um richtig oder falsch. Wir alle nehmen etwas wahr und denken, beurteilen, definieren und bewerten dies aus unserem eigenen Erleben heraus, aus unserer Sichtweise, die in unserem Leben durch unsere Familie, Kultur und Umwelt geprägt wurde. Genauso geht es den Menschen, die aus Syrien, dem Irak, Somalia, Ghana oder Afghanistan zu uns kommen. Sie haben ihre eigene Sicht der Dinge, ihre eigene Wahrheit, die geprägt ist von deren Realität, ihrer Kultur und ihren Erlebnissen. Und so wird mir wieder mal vor Augen geführt, dass es viele Wahrheiten gibt, die alle ihre Berechtigung haben, und dass keiner für sich den Anspruch erheben kann, die einzige Wahrheit zu kennen.

Ich hoffe sehr, dass wir mit dieser Haltung und Überzeugung mit den Menschen, die zu uns nach Deutschland kommen, um hier ein Leben in Frieden führen zu können, gut auskommen, und uns sogar gegenseitig bereichern können.

Das Wasser ist dann für uns nicht einfach nur blau und für Syrer nicht einfach nur weiß. Gemeinsam kommen wir auf der Suche nach den Farben des Wassers weiter!

Ein Bericht von Mechthild Sünder-Tegtmeyer vom November 2015.

18. November 2015.|